Auf der Website der deutschen WordPress Community wordpress-deutschland.org kann ab sofort jeder über ein Formular seine eigenen Beiträge einbringen und das sogar ohne sich vorher registrieren zu müssen. Wie man in den Kommentaren zur Ankündigung des neuen Features nachlesen kann, wird dies durch das Plugin FV Community News von Frank Verhoeven realisiert. Auch ich habe mir schon so einige Gedanken gemacht, was man mit einem solchen Feature, also einem Beitragsformular im Frontend, alles so machen könnte. Das FV Community News Plugin kannte ich bisher noch nicht, ich hatte zur Umsetzung immer das TDO Mini Forms, welches noch ein wenig flexibler eingesetzt werden kann, von Mark Cunningham vor Augen.
Da mir der technisch detailierte Background leider fehlt, möchte ich jetzt nicht diese beiden Plugins miteinander vergleichen, sondern vielmehr auf den Mehrwert eingehen, der geschaffen wird.
Das Feature, welches jetzt bei WordPress Deutschland eingeführt wurde, zeigt genau die Herangehensweise und Umsetzung auf welche es mir ankommt. Ganz einfach. Es wird ein Formular bereit gestellt mit dessen Hilfe jeder angemeldete oder auch nicht angemeldete User einen Beitrag in den Blog einbringen kann. Dieser landet dann, entweder über eine Moderationsschleife oder auch direkt, also ohne aktive Moderation, im Blog. Der User ist damit nicht mehr nur Kommentator sondern auch Autor.
Zwar war auch bisher schon mit jeder WordPress Installation möglich, aber immer nur dann wenn man als User bereits die Autorenrechte vom Admin zugeteilt bekommen hatte. Die andere Möglichkeit ist natürlich den eigenen Blog zu bedienen und über Trackbacks an Themen anzuknüpfen, aber noch lange nicht jeder User hat einen eigenen Blog und auch ist es darüber nicht möglich neue Themen direkt in das Blog einzubringen. Spontan mal einen Beitrag zu schreiben ist damit erst mit Frontend-Beitragsformularen möglich. Wichtig ist auch, dass der Vorgang beschleunigt wird, da das Freigeben von Autorenrechten nicht notwendig oder bei Bedarf auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden kann, währenddessen Beiträge des Gastautors schon längst veröffentlicht sind.
Ich sehe darin einen wichtigen Fortschritt und neue Möglichkeiten, besonders für Blogbetreiber, die nicht allein bloggen wollen. Wird bereits im Alleingang fleißig gebloggt, müsste man ja eigentlich themenaffine Schreiberlinge über das eigene Blog finden können. Kann man diesen mit einer netten Aufforderung dazu bringen, sich auszuprobieren und selbst einen Beitrag zu schreiben, ist der erste Schritt getan. Ein Umweg über die Mailanfrage und “Zugangsdaten abwarten”, bringt eine schon zu hohe Barriere mit.
Mehrwert durch den umgekehrten Weg der Kommunikation.
Über das Frage-Antwort-Spiel habe ich bereits einen Artikel geschrieben. Durch das “Zulassen” von Fragen kann eine bessere Bindung zwischen Autor und Leser entstehen und die kann wichtig werden bei der Frage wie oft der Leser wiederkommt.
Abseits vom reinen Blog oder Magazin sehe ich neue Spielwiesen für WordPress, die mit den Frontendformularen einen sinnvollen Abläufe zulassen. Selbst ein Digg-Clon könnte ich mir auf der Basis von WordPress vorstellen, ein Plugin für den Voting-Button ist auch schon gefunden. Wie effektiv die Algorithmen in diesem Plugin sind, weiß ich natürlich nicht. Wenn ich dann noch an Buddypress denke, kann ich mir da schon etwas sehr Funktionales in Richtung Social News vorstellen.
Auch schön als Ergänzung zu einem themengebundenen Blog ist ein eigenes Lexikon, wie es auf “DasInternetLebt” vorstellt wird.
Mein persönliches Highlight ist allerdings ein Webkatalog, einfach weil das so irgendwie gar nichts mehr mit einem Weblog zu tun hat, so einen Touch des “alten” Internets hat und als Ergänzung zu einem gutgeführten Fachblog dann in meiner Vorstellung plötzlich wie wieder ausgegrabenes Silber glänzt.
Diese und viele weitere Einsatzmöglichkeiten von WordPress würden sehr davon profitieren, wenn man es dem User leichter macht seinen individuellen und dann sicherlich themengebundenen Beitrag abzugeben. Like WPDE do.

